Cyberangriffe auf ambulante Pflegedienste kommen selten aus dem Nirgendwo. Hinter vielen Attacken stecken organisierte Gruppen aus Ländern, in denen Cyberkriminalität nicht nur geduldet, sondern teils aktiv gefördert wird. Was das konkret bedeutet – und warum die Herkunft der Angreifer direkten Einfluss auf Ihre Schutzmöglichkeiten hat – erklärt dieser Beitrag.
Welche Länder hinter Cyberangriffen stecken – die „Big Four“
Das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Google Threat Intelligence Group und das BKA benennen in ihren aktuellen Berichten vier Länder, die im Bereich staatlich geförderter oder staatlich geduldeter Cyberkriminalität besonders hervortreten: Russland, China, Nordkorea und Iran.
Laut der Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2025″ konnten 46 Prozent der deutschen Unternehmen, die Opfer eines Cyberangriffs wurden, mindestens einen Angriff nach Russland zurückverfolgen – ebenso viele nach China. Das sind keine Einzelfälle. Das sind systematische Operationen.
Russland – Cyberkriminalität als Staatsressource
Russland hat kriminelle Netzwerke seit langem in seine Staatsführung integriert. Laut der Robert Bosch Academy dienen russische Märkte für kriminelle Aktivitäten als „One-Stop-Shop“ für Cyberangriffe, Daten und Sabotage. Russische Statthalter operieren in Deutschland und ganz Europa – oft ohne eigenes Wissen über ihre Rolle in umfassenderen staatlich geförderten Operationen.
Was das bedeutet: Wer einen Pflegedienst in Deutschland angreift und dabei russische Infrastruktur nutzt, ist für deutsche Strafverfolgungsbehörden praktisch unerreichbar. Die Aufklärungsquote liegt laut BKA bei unter einem Prozent. Kein Haftbefehl, kein Auslieferungsabkommen, keine Konsequenzen für den Täter.
China – Spionage, Sabotage und Datensammlung
China unterscheidet sich von Russland in der Methode, nicht im Ergebnis. Chinesische staatlich geförderte Gruppen wie APT41 – auch bekannt als „Double Dragon“ – verbinden wirtschaftliche Cyberkriminalität mit strategischer Spionage. Sie sammeln Daten, unterwandern Netzwerke und positionieren sich für spätere Zugriffe.
Für Pflegedienste ist das relevant, weil Gesundheitsdaten für chinesische Geheimdienste strategisch interessant sind – als Teil eines umfassenderen Bildes der deutschen Bevölkerung. Die Google Threat Intelligence Group bestätigt, dass chinesische Spionagegruppen Ransomware einsetzen, um ihre finanziellen Mittel aufzustocken und gleichzeitig Daten abzugreifen.
Nordkorea – Cyberkriminalität zur Staatsfinanzierung
Nordkorea ist ein Sonderfall. Das unter internationalen Sanktionen stehende Regime nutzt Cyberkriminalität direkt zur Finanzierung seines Staatshaushalts – inklusive Raketen- und Atomprogramm. Die berüchtigte Lazarus-Gruppe hat laut Google-Analyse allein im Dezember 2024 über 300 Millionen US-Dollar von einer japanischen Handelsplattform gestohlen.
Besonders beunruhigend: Nordkoreanische IT-Fachkräfte unterwandern westliche Unternehmen, indem sie unter falscher Identität Anstellungen annehmen – und dann ihre Zugriffsrechte für Spionage und Diebstahl missbrauchen. Was wie ein normaler IT-Dienstleister aussieht, kann ein getarnter Staatsagent sein.
Iran – Ransomware als Finanzierungsquelle unter Sanktionsdruck
Der Iran steht unter massivem wirtschaftlichem Sanktionsdruck und nutzt Cyberkriminalität zunehmend zur Devisenbeschaffung. Iranische Hackergruppen kooperieren laut FBI mit bekannten Ransomware-Banden wie „ALPHV“ und „RansomHub“ – sie verschaffen den Banden Zugang zu Netzwerken und erhalten dafür einen Anteil am Lösegeld.
Was das konkret für Ihren Pflegedienst bedeutet
All diese Gruppen haben eines gemeinsam: Sie operieren aus Jurisdiktionen, die keine Auslieferung kennen, keine Strafverfolgung fürchten und teils aktiv von ihren Regierungen unterstützt werden. Der Hacker, der Ihren Pflegedienst angreift, sitzt möglicherweise in Moskau, Peking oder Pjöngjang – und ist für deutsche Behörden vollständig unerreichbar.
Das bedeutet: Prävention und Absicherung sind die einzigen wirksamen Antworten. Auf Strafverfolgung zu warten ist keine Option. Die einzige sinnvolle Reaktion ist Vorbereitung – technisch, organisatorisch und versicherungsseitig.
Dazu kommt ein weiterer Aspekt aus den Schulungsunterlagen von TÜV-zertifizierten Cyberberatern: E-Mail-Adressen lassen sich fälschen. Mit Tools wie emkei.cz kann jeder innerhalb von Minuten eine E-Mail versenden, die scheinbar von einer beliebigen Adresse stammt – inklusive Signatur und Logo. Was wie eine offizielle Anfrage Ihrer Pflegekasse aussieht, kann von einem Angreifer in Russland stammen. Erkennbar ist das für den Mitarbeiter, der die Mail öffnet, oft nicht.
Warum Cyberversicherung in diesem Kontext unverzichtbar ist
Wenn der Angreifer unerreichbar ist, bleibt nur eines: die Folgen des Angriffs so gut wie möglich abfedern. Genau das ist die Aufgabe einer Cyberversicherung.
Sie deckt nicht den Schaden beim Angreifer ein – sie deckt Ihren Schaden ab. Forensikkosten, Anwaltskosten, Betriebsunterbrechung, Behördenkommunikation, Reputationsmanagement. All das, was ein Pflegedienst nach einem Angriff aus einer professionell organisierten, staatlich geduldeten Cyberkriminellen-Industrie braucht, um zu überleben.
Als TÜV-zertifizierter Berater für Cyberrisiken helfen wir Ihnen, die richtige Police zu finden – und sicherzustellen, dass sie im Ernstfall tatsächlich leistet, was sie verspricht.
Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.