Vorsorgedepot? Erst denken. Dann kaufen.

Das neue Altersvorsorgedepot ist ein sinnvoller Schritt. Warum du trotzdem nicht sofort unterschreiben solltest.

Liebe Leserin, lieber Leser,

bald wird dein Telefon klingeln. Irgendjemand möchte dir „die neue staatlich geförderte Altersvorsorge“ erklären. Auf YouTube. Im Fernsehen. Im Briefkasten. Beim Banktermin. Vielleicht demnächst sogar zwischen Brötchentheke und Käseaufschnitt.

Denn es ist wieder soweit. Kaum bringt der Staat ein neues, gefödertes Produkt auf den Markt, laufen die Marketingmaschinen warm.

„Sie müssen jetzt handeln!“

„Unbedingt wechseln!“

„Riester kündigen!“

„Jetzt gibt’s das neue Vorsorgedepot!“


Man könnte fast glauben, Deutschland hätte den Heiligen Gral der Altersvorsorge gefunden.
Spoiler: Hat es nicht.

Vor dem Abschluss muss gerechnet werden. Illustration eines Kunden der sich in die Arktis zurückgezogen hat um keine Anrufe zu bekommen.
Zieh am besten in die Arktis um dem Produktpressing zu entgehen.

Eigentlich ist das Vorsorgekonto eine richtig gute Idee.

Bevor jetzt jemand denkt, ich würde auf das neue Vorsorgedepot eindreschen: Nein.
Ganz im Gegenteil.

Deutschland hat jahrzehntelang so getan, als wäre der Kapitalmarkt ungefähr so vertrauenswürdig wie ein Gebrauchtwagenhändler mit Goldkettchen. Während Schweden, Norwegen, Kanada oder die USA längst selbstverständlich über Aktien und Fonds Vermögen fürs Alter aufbauen, haben wir lieber Sparbücher gestreichelt.

Das Ergebnis?
Die gesetzliche Rente ist gar nicht unbedingt das Hauptproblem.
Das eigentliche Problem ist, dass viele Menschen in Deutschland außerhalb der gesetzlichen Rente kaum Vermögen aufgebaut haben.

Deshalb ist der Gedanke hinter dem neuen Vorsorgedepot genau richtig.

Mehr Kapitalmarkt.

Mehr ETF.

Mehr langfristiges Investieren.

Mehr Eigenverantwortung.

Endlich.

Aber jetzt kommt der Haken.


Stell dir vor, du möchtest mit dem Auto nach Spanien fahren.

Steigst du einfach ein und gibst Vollgas?

Natürlich nicht.

Du weißt vorher:

Wo willst du hin?

Wie weit ist es?

Wie viel Sprit brauchst du?

Muss unterwegs geladen werden?

Trinkwasser, Essen, Übernachtungen?

Bei der Altersvorsorge machen viele Menschen allerdings genau das Gegenteil.

Sie steigen ins Auto.

Starten den Motor.

Und fahren einfach los.

„Oh, da vorne verkauft jemand einen neuen Fonds!“

„Da gibt’s Förderung!“

„Hier gibt’s Bonus!“

„Da soll’s Rendite geben!“

Also wird gekauft.

Und gekauft.

Und nochmal gekauft.

Ohne zu wissen, wo das Ziel überhaupt liegt.
 

Das Produkt ist nie der Anfang.


Das Produkt ist das Ende. Genau das wird in den nächsten Monaten völlig untergehen.

Denn jetzt beginnt der große Verkauf.

Versicherungen werden das Vorsorgekonto verkaufen.

Banken werden das Vorsorgekonto verkaufen.

Strukturvertriebe werden das Vorsorgekonto verkaufen.

Finfluencer werden das Vorsorgekonto verkaufen.

Jeder wird erklären, warum genau sein Anbieter der beste ist.

Was aber kaum jemand fragt:

Brauche ich das überhaupt?

Vielleicht ja.

Vielleicht nein.

Vielleicht wäre ein ETF-Sparplan außerhalb der Förderung sinnvoller.

Vielleicht passt ein bestehender Vertrag.

Vielleicht lohnt sich wegen der Steuersituation etwas ganz anderes.

Vielleicht hast du sogar schon genug aufgebaut.

Das weiß niemand.

Solange niemand gerechnet hat.

Erst rechnen. Dann kaufen.

Eine vernünftige Rentenplanung dauert heute keine zwei Stunden mehr.
Eher zwanzig bis dreißig Minuten.

Danach weißt du:

Wie hoch deine gesetzliche Rente ungefähr sein wird.

Welche Versorgungslücke tatsächlich entsteht.

Welche Inflation dein Geld auffrisst.

Welche Ausgaben du im Ruhestand wirklich haben wirst.

Wie viel Vermögen du überhaupt benötigst.

Erst danach ergibt sich die spannende Frage:

Welches Produkt passt?

Und manchmal lautet die Antwort tatsächlich:

„Das neue Vorsorgekonto.“

Manchmal lautet sie aber eben auch:

„Bitte bloß nichts kündigen.“

Oder:

„Mach einfach genau so weiter.“

Oder sogar:

„Du brauchst aktuell gar nichts Neues.“
 

Zwei Irrtümer zum Schluss


Mythos Nummer 1: „Neu“ bedeutet automatisch „besser“.

Nein.

Neu bedeutet erst einmal nur neu.

Mythos Nummer 2: Wer als Erster unterschreibt, gewinnt.

Ganz im Gegenteil.

Bei der Altersvorsorge gewinnt fast immer derjenige, der zuerst nachdenkt.

Unser Vorschlag

Wenn der Werbezirkus im Herbst losgeht – und glaube mir, er wird losgehen – dann mach einfach etwas Verrücktes.
Kauf erst mal gar nichts.

Lass uns stattdessen gemeinsam deine Rentensituation anschauen.

Das dauert keine halbe Stunde.

Danach weißt du, wo du stehst, welche Versorgungslücke wirklich existiert und ob das neue Vorsorgekonto für dich tatsächlich der richtige Weg ist.

Denn eines ist sicher:

Nicht das beste Produkt bringt dich ans Ziel.
Sondern der richtige Plan.

Unser Versprechen: Im Gespräch zur Altersvorsorgeplanung, wenn wir mit Dir zusammen rechnen, sprechen wir KEINE Produktnamen aus (außer Du fragst uns danach)

 

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