Sicherheit klingt gut – kostet aber Rendite
Viele Deutsche wünschen sich für ihre Altersvorsorge vor allem eines: Sicherheit. Garantien in Renten- oder Fondspolicen sollen genau das liefern. Doch was auf den ersten Blick beruhigend wirkt, kann langfristig teuer werden. Denn Garantien schränken die Chancen auf Rendite erheblich ein – und genau diese Rendite brauchen wir, um den Kaufkraftverlust durch Inflation auszugleichen.
Eine Analyse verschiedener Versicherungsexperten und Studien zeigt: Je höher die Garantie, desto geringer fällt am Ende meist die Rendite aus. Und das kann über Jahrzehnte hinweg einen großen Unterschied machen.
Warum die Angst vor Verlusten unbegründet ist
Natürlich gibt es Schwankungen an den Kapitalmärkten – Kriege, Krisen, Inflation. Doch über längere Zeiträume betrachtet entwickeln sich Aktienmärkte mit dem Wirtschaftswachstum nach oben. Selbst wer zum falschen Zeitpunkt einsteigt, hat in der Vergangenheit bei 30 oder 40 Jahren Laufzeit fast immer positive Ergebnisse erzielt.
Damit ein Garantiefall wirklich eintritt – also dass nach Jahrzehnten kein Wertzuwachs stattfindet – müsste die Weltwirtschaft über viele Jahre stillstehen. Kein Wachstum, keine Gewinne, keine Dividenden. Das ist theoretisch möglich, praktisch aber kaum vorstellbar.
Garantien als Renditebremse
Die Studienlage und Markterfahrung zeigen klar: Garantien erhöhen die Sicherheit nur kurzfristig, kosten aber langfristig bares Geld. Versicherer und Fondsgesellschaften müssen Kapital in „sicheren“ Anlagen parken, um die Garantie erfüllen zu können – meist in Staatsanleihen mit sehr niedrigen Zinsen. Dieses Kapital fehlt dann für renditestärkere Anlagen wie Aktien.
Ein Beispiel verdeutlicht das Problem:
Wer über 37 Jahre monatlich 100 Euro spart, erreicht bei einer reinen Aktienfondsanlage im Schnitt rund 8 % Rendite pro Jahr. Mit einer hohen Garantie sinkt die Rendite laut Berechnungen verschiedener Versicherer auf etwa 5–6 %. Das klingt nach wenig Unterschied, bedeutet aber am Ende rund 100.000 Euro weniger Kapital – nur für ein vermeintlich „sicheres Gefühl“.
Die Falle der Dynamik-Modelle
Einige Anbieter versuchen, Renditechancen und Garantien zu verbinden – etwa über dynamische Systeme (wie das sogenannte CPPI-Prinzip). Diese schichten Kapital automatisch zwischen sicheren Anlagen und Aktien um. Doch auch hier zeigt sich: In Phasen starker Kursrückgänge werden oft zu früh in sichere Anlagen umgeschichtet („Cash-Lock-Effekt“). Steigen die Kurse später wieder, ist das Kapital nicht mehr investiert – und die Chance auf Erholung ist vertan.
Wann Sicherheit wirklich Sinn ergibt
Sicherheitsorientierte Elemente sind nicht grundsätzlich schlecht. Sie können für Menschen mit kurzer Restlaufzeit oder geringem Risikopuffer sinnvoll sein. Doch für jüngere Sparer mit 20, 30 oder 40 Jahren Anlagehorizont gilt: Zeit ist der beste Garant.
Ein breit gestreutes Portfolio aus Aktienfonds oder passiven, kostengünstigen Anlagefonds kann Marktschwankungen langfristig ausgleichen – ohne teure Garantieversprechen.
Fazit: Sicherheit kostet – und zwar Rendite
Garantien sind kein Allheilmittel. Sie beruhigen kurzfristig, aber sie mindern die Chancen auf Vermögensaufbau erheblich. Wer für die Zukunft vorsorgen möchte, sollte auf breit gestreute, kostengünstige und flexible Fonds setzen – und sich nicht von kurzfristigen Marktschwankungen verunsichern lassen.