Schmerzensgeld nach einem Unfall: Warum eine Rechtsschutzversicherung wichtig sein kann

Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 hat gezeigt, wie wichtig freiwillige Helfer in Ausnahmesituationen sein können. Tausende Menschen packten spontan mit an, unterstützten Betroffene und halfen bei Aufräum- und Sicherungsarbeiten.

Doch was passiert, wenn ein Helfer bei einem solchen Einsatz selbst schwer verletzt wird? Und wer trägt die Kosten, wenn anschließend vor Gericht geklärt werden muss, ob Schadensersatz und Schmerzensgeld zustehen?

Ein realer Rechtsschutzfall unseres Kooperationspartners KS/AUXILIA zeigt, welche finanziellen Dimensionen ein solcher Rechtsstreit erreichen kann.

Ersthelfer im Einsatz – Rechtsschutz bei Schadensersatz und Schmerzensgeld
Ein Unfall beim Helfereinsatz kann neben gesundheitlichen Folgen auch rechtliche Fragen mit sich bringen.

Freiwilliger Einsatz im Ahrtal endet mit schweren Verletzungen

Herr V. – im zugrunde liegenden Fall anonymisiert – arbeitet als Bauleiter und war früher bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Nach der Flutkatastrophe entschließt er sich, seine Erfahrung einzubringen und bei den Arbeiten vor Ort zu helfen.

Die Situation ist unübersichtlich. Zahlreiche Einsatzkräfte, Bewohner und freiwillige Helfer sind gleichzeitig tätig. Konkrete Anweisungen oder Informationen über mögliche Gefahren erhält Herr V. nicht. Auch Schutzkleidung wird ihm nicht zur Verfügung gestellt.

Bei seinem Einsatz betritt er einen überfluteten Keller. Dort bricht plötzlich eine Wand zusammen und trifft ihn. Die Folgen sind erheblich: ein komplizierter Bruch des rechten Fußes und eine Platzwunde am Kopf.

Der Heilungs- und Rehabilitationsprozess dauert lange. Rund eineinhalb Jahre kann Herr V. nicht arbeiten. Allein sein Verdienstausfall beläuft sich auf etwa 80.000 Euro.

Wer trägt die Verantwortung?

Herr V. ist überzeugt, dass die professionellen Einsatzkräfte die Gefahr hätten erkennen und ihn vom Betreten des Kellers abhalten müssen. Außerdem steht die Frage im Raum, ob geeignete Sicherheitsschuhe und ein Schutzhelm die Verletzungen verhindert oder zumindest reduziert hätten.

Er wendet sich deshalb an seine Rechtsschutzversicherung AUXILIA und beauftragt anschließend einen auf Staatshaftungsrecht spezialisierten Rechtsanwalt.

Dieser macht für ihn insgesamt 120.000 Euro geltend: rund 80.000 Euro Verdienstausfall sowie 40.000 Euro Schmerzensgeld.

Vor Gericht ist die Sache keineswegs eindeutig

Genau hier zeigt sich, warum vermeintlich klare Schadensfälle juristisch schnell kompliziert werden können.

Im Gerichtsverfahren müssen unter anderem Sachverständige hinzugezogen werden. Es geht beispielsweise darum, ob die Einsturzgefahr überhaupt rechtzeitig erkennbar war. Ebenso muss geklärt werden, welche Verantwortung die Einsatzkräfte gegenüber dem freiwilligen Helfer hatten und welchen Einfluss die fehlende Schutzausrüstung auf die Verletzungen hatte.

Allein die Sachverständigenkosten erreichen im Verfahren insgesamt rund 12.000 Euro.

Eine eindeutige Antwort auf alle tatsächlichen und rechtlichen Fragen gibt es am Ende nicht. Beide Seiten einigen sich deshalb auf einen Vergleich.

60.000 Euro Vergleich – aber wer bezahlt den Rechtsstreit?

Herr V. erhält im Rahmen des Vergleichs 60.000 Euro.

Damit ist die finanzielle Seite des Verfahrens allerdings noch nicht erledigt. Da die Verfahrenskosten gegeneinander aufgehoben werden, müsste Herr V. seine eigenen Anwaltskosten von mehr als 5.500 Euro sowie seinen Anteil an Gerichts- und Sachverständigenkosten selbst tragen.

Insgesamt geht es um rund 7.500 Euro Rechts- und Gerichtskosten.

Diese Kosten übernimmt in diesem Fall die AUXILIA als Rechtsschutzversicherer. Damit verbleibt die Vergleichszahlung von 60.000 Euro vollständig bei Herrn V.

Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Dinge

Der Fall aus dem Ahrtal macht einen wichtigen Punkt deutlich: Bei einem Rechtsstreit geht es nicht nur darum, ob man sich im Recht fühlt. Entscheidend ist auch, ob man bereit und finanziell in der Lage ist, seine Ansprüche tatsächlich durchzusetzen.

Gerade bei Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen können neben den Anwalts- und Gerichtskosten erhebliche Ausgaben für Gutachter und Sachverständige entstehen. Gleichzeitig lässt sich der Ausgang eines Verfahrens nicht immer zuverlässig vorhersagen.

Eine passende Rechtsschutzversicherung kann deshalb einen wichtigen finanziellen Rückhalt bieten. Sie ermöglicht es, berechtigte Ansprüche prüfen und gegebenenfalls gerichtlich verfolgen zu lassen, ohne dass allein das Kostenrisiko zum entscheidenden Hindernis wird.

Welche Rechtsschutzversicherung passt zu mir?

Rechtsschutz ist nicht gleich Rechtsschutz. Welche Bereiche sinnvoll sind, hängt unter anderem von der persönlichen Lebenssituation, dem Beruf, der Familie und den bereits vorhandenen Absicherungen ab.

Wir unterstützen Sie dabei, Tarife und Leistungen zu vergleichen und einen Rechtsschutz zu finden, der zu Ihrer persönlichen Situation passt.

Sie möchten wissen, wie gut Sie im Ernstfall rechtlich abgesichert sind? Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie unabhängig und persönlich zu Ihren Möglichkeiten.

Quelle und Fallgrundlage: JUR-Life 08/2026, KS/AUXILIA. Der zugrunde liegende Rechtsschutzfall wurde für diesen Beitrag redaktionell neu aufbereitet.

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