Hundehalterhaftpflicht: Wenn Bello die Bankfiliale zerlegt

Manche Menschen gehen zur Bank, heben 200 Euro ab und gehen anschließend wieder nach Hause.

Ottokar nicht.

Ottokar ging zur Bank und hätte dabei beinahe die Filiale zerlegt.

Wobei das streng genommen nicht Ottokar war. Sondern Bello.

Aber der Reihe nach.

Bernhardiner zieht Fahrradständer und Fahrräder – Hundehalterhaftpflichtversicherung
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Ottokar gibt es natürlich nicht. Vermutlich.

Nennen wir ihn Ottokar. Der Name ist selbstverständlich geändert, um seine Identität zu schützen.

Die allerdings ebenfalls erfunden ist.

Was wiederum nicht ausschließt, dass es Ottokar tatsächlich gibt. Vielleicht sogar mehrfach. Versicherungsvermittler erleben Dinge, bei denen man irgendwann aufhört, allzu viele Fragen zu stellen.

Kennengelernt habe ich Ottokar jedenfalls beim Geldabheben in einer Bankfiliale.

Genauer gesagt: Ich habe zunächst seinen Hund kennengelernt.

Ich war derjenige, der schneller laufen konnte.

Bello wartet draußen. Theoretisch.

Bello war ein Bernhardiner.

Ein Tier von der ungefähren Größe eines Fiat Panda, allerdings mit mehr Drehmoment.

Ottokar hatte ihn vor der Bank ordnungsgemäß an einem massiven Fahrradständer angebunden. An diesem Fahrradständer wiederum standen zwei Fahrräder.

Eigentlich eine solide Konstruktion.

Das Problem war nur: Der Fahrradständer war nicht einbetoniert.

Bello bemerkte irgendwann, dass Herrchen in der Bank verschwunden war, und traf eine Entscheidung.

Er wollte ebenfalls Bankkunde werden.

Also setzte sich Bello in Bewegung.

Mit Fahrradständer.

Und zwei Fahrrädern.

Mobile Geldanlage einmal anders

Das gesamte Gespann nahm Kurs auf den Eingang der Bank.

Wer schon einmal einen hochmotivierten Bernhardiner gesehen hat, weiß: Diskussionen über Bremswege sind in diesem Moment eher akademischer Natur.

Die Automatiktür öffnete sich pflichtbewusst.

Vermutlich war sie dafür konstruiert worden, Menschen einzulassen.

Nicht einen Bernhardiner samt Fahrradständer und zwei Damenrädern.

Diese technische Feinheit wurde an diesem Tag erstmals einem Praxistest unterzogen.

Das Ergebnis war überschaubar.

Die Tür verlor.

Zum Glück gibt es Beton

Bello schaffte es erstaunlich weit.

Erst ein massiver Betonpfeiler beendete den spontanen Filialumbau.

Das war insofern erfreulich, als sich hinter diesem Pfeiler weitere Bereiche der Bank befanden, deren Renovierung vermutlich deutlich teurer geworden wäre.

Eine Bankmitarbeiterin hatte zwischenzeitlich den Überfallknopf gedrückt.

Was aus ihrer Sicht nachvollziehbar war.

Schließlich raste gerade ein Bernhardiner mit zwei Fahrrädern durch die Filiale.

Für solche Situationen gibt es vermutlich kein eigenes Symbol auf dem Alarmknopf.

Und wer bezahlt das jetzt?

An dieser Stelle kommen wir zu einem Thema, das deutlich weniger lustig ist.

Denn Hundehalter haften grundsätzlich für Schäden, die ihr Tier verursacht. Und bei einem Hund dieser Größenordnung kann aus einem kleinen Missgeschick ziemlich schnell eine größere Rechnung werden.

Beschädigte Fahrräder sind eine Sache.

Eine zerstörte Automatiktür eine andere.

Personenschäden wären noch einmal eine ganz andere Liga.

Eine Hundehalterhaftpflichtversicherung ist deshalb keine Versicherung, über die man erst nachdenken sollte, wenn Bello bereits beschlossen hat, Innenarchitekt zu werden.

Ottokar hatte allerdings ein Problem:

Bello war zu diesem Zeitpunkt nicht versichert.

Damals gab es immerhin noch Zinsen

Ottokar bezahlte die beschädigten Fahrräder und einige weitere Folgen der Aktion selbst.

Bei der Bank verlief die Angelegenheit offenbar erstaunlich entspannt.

Das könnte damit zusammengehangen haben, dass Ottokar dort damals eine nicht ganz unbedeutende Summe Geld liegen hatte.

Wir sprechen von einer fernen Epoche kurz nach der Jahrtausendwende.

Jüngere Leser müssen jetzt sehr stark sein:

Damals gab es bei Banken etwas, das nannte sich Zinsen.

Man bekam Geld dafür, dass man Geld auf dem Konto hatte.

Nein, wirklich.

Bello bekommt eine Versicherung

Nach diesem kleinen Ausflug in die Welt der Geldwirtschaft bekam Bello schließlich eine Hundehalterhaftpflichtversicherung.

Eine vernünftige Entscheidung.

Denn nicht überall stehen massive Betonpfeiler an strategisch günstigen Stellen.

In meinem Büro beispielsweise nicht.

Ottokar wurde anschließend Kunde bei mir.

Man könnte also sagen: Aus Sicht meines Unternehmens war Bello ein ausgesprochen erfolgreicher Vertriebspartner.

Provision hat er trotzdem keine bekommen.

Was wir aus der Geschichte lernen

Erstens: Bernhardiner sind erstaunlich zugkräftig.

Zweitens: Fahrradständer sollten einbetoniert werden.

Drittens: Wer einen Hund hält, sollte prüfen, ob eine Hundehalterhaftpflichtversicherung vorhanden ist und ob deren Leistungen wirklich passen.

Denn die eigentliche Gefahr ist meistens nicht, dass der Hund eine komplette Bankfiliale zerlegt.

Es reicht schon ein Radfahrer, der wegen des Hundes stürzt. Ein anderer Hund, der verletzt wird. Oder Bello entscheidet sich beim Nachbarn für eine kleine Umgestaltung des Wohnzimmers.

Dann kann aus „Der tut nichts“ ziemlich schnell „Wer bezahlt das eigentlich?“ werden.

Und genau diese Frage sollte idealerweise geklärt sein, bevor der Hund samt Fahrradständer durch die Automatiktür kommt.

Du möchtest wissen, ob Deine Hundehalterhaftpflicht wirklich vernünftig aufgestellt ist? Wir schauen uns das gerne an – ganz ohne Banküberfall, Betonpfeiler oder Bernhardiner.

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