Wie ich lernte, Finanzmathematik zu verstehen – und warum das meinen Weg als Versicherungsmakler verändert hat

Als ich 2003 in die Welt der Versicherungen gestartet bin, hatte ich keine großen Rücklagen, keinen prall gefüllten Kundenbestand und auch keine weitreichende Ausschließlichkeitsbindung an einen großen Versicherer, die mir von Beginn an ein Einkommen gesichert hätte. Was ich hatte, war Idealismus, den Willen, Dinge verständlich zu machen – und die Gier, endlich jemanden zu finden, der mir half, die oft undurchsichtige Versicherungs- und Vorsorgewelt wirklich zu durchschauen.

Mit Finanzmathematik zur Lösung aller Fragen - Prof. Dr. Claus Kriebel und Olaf Misch

Der Start: Versicherungsmakler ohne Netz und doppelten Boden

 

Der Einstieg war hart. Ich begann faktisch bei Null. Kein Bestand, keine garantierten Provisionen, kein Sicherheitsnetz. Die ersten Kontakte generierte ich über im Internet gekaufte Adressen – vor allem im Bereich der privaten Krankenversicherung. Das funktionierte, aber es war alles andere als komfortabel.

Schnell wurde mir klar: Wer eine private Krankenversicherung abschließt, hat meist noch ganz andere Fragen. Altersvorsorge. Berufsunfähigkeit. Vermögensaufbau. Und genau hier begann mein eigentliches Lernen.

Damals – in den Jahren nach 2003 – gewannen Vergleichsrechner zunehmend an Bedeutung. Versicherer lieferten Daten, Hochrechnungen und Prognosen, die beeindruckend wirkten. Renditen, Ablaufleistungen, Ablaufprognosen – alles sauber dargestellt. Zumindest auf den ersten Blick.

Doch je tiefer ich einstieg, desto klarer wurde: Viele dieser Hochrechnungen waren kaum belastbar. Kosten waren versteckt oder schwer nachvollziehbar. Annahmen wurden optimistisch gewählt. Ergebnisse wurden schön gerechnet. Für Kunden war es nahezu unmöglich zu erkennen, was davon Substanz hatte – und was eher Wunschdenken war.

Die Wende: Finanzmathematik wirklich verstehen

 

Mir wurde klar: Wenn ich dieses Geschäft mit gutem Gewissen betreiben will, muss ich die Dinge selbst durchdringen. Nicht glauben. Nicht übernehmen. Sondern nachrechnen.

2005 besuchte ich mein erstes Seminar bei Professor Dr. Claus Kriebel. Dieses Seminar war ein Wendepunkt. Zum ersten Mal wurde mir die Welt der Finanzmathematik so erklärt, dass ich sie nicht nur anwenden, sondern wirklich verstehen konnte.

Seit inzwischen rund 20 Jahren begleitet mich sein fachlicher Einfluss. Durch seine Expertise – insbesondere in Statistik, Zinsrechnung, Zinseszins, Renten- und Barwertberechnungen – habe ich gelernt, Versicherungsprodukte systematisch zu analysieren. Nicht auf Basis von Marketingaussagen, sondern auf Basis sauberer finanzmathematischer Grundlagen.

Was das heute für meine Kunden bedeutet

 

Heute kann ich mit Überzeugung sagen: Keine Hochrechnung beeindruckt mich mehr ungeprüft. Keine Prognose bleibt unanalysiert. Keine verklausulierte Bedingung wird einfach hingenommen.

Ich kann:

  • Renditeversprechen realistisch einordnen

  • Effektivkosten nachvollziehen

  • Ablaufleistungen sauber nachrechnen

  • Zins- und Zinseszins-Effekte transparent erklären

  • und komplexe Altersvorsorgeprodukte verständlich darstellen

Gerade beim Thema Altersvorsorge, Lebensversicherung oder fondsgebundene Rentenversicherung ist das entscheidend. Denn hier wirken kleine Unterschiede in Kosten und Kalkulation über Jahrzehnte hinweg enorm.

Ein besonderer Moment in Bamberg

 

Vor wenigen Tagen war ich erneut bei einem Ganztagesseminar in Bamberg – wieder mit Professor Dr. Claus Kriebel als Referenten. Auch nach zwei Jahrzehnten gibt es immer noch neue Perspektiven, neue Berechnungsansätze und neue Impulse.

Das gemeinsame Foto, das dort entstanden ist, steht für mehr als nur ein Seminar. Es steht für 20 Jahre kontinuierliches Lernen. Für fachliche Tiefe. Und für den Anspruch, Kundenberatung nicht oberflächlich, sondern fundiert zu betreiben.

Fazit: Gute Beratung beginnt mit echtem Verständnis

 

Versicherungen – insbesondere im Bereich Altersvorsorge – sind keine Vertrauensprodukte im Sinne von „Wird schon passen“. Sie sind Rechenmodelle mit langfristigen Auswirkungen.

Wer hier sauber beraten will, muss rechnen können. Wirklich rechnen.

Dass ich heute jedes finanzmathematische Detail durchdringen kann und meinen Kunden verständlich erkläre, verdanke ich nicht nur Erfahrung, sondern auch den richtigen Lehrern zur richtigen Zeit.

Und genau davon profitieren meine Mandanten heute.

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