Elementarschaden vs. Sturm/Hagel – was Deine Gebäudeversicherung wirklich abdeckt

Naturgefahren nehmen zu – Stürme werden häufiger, Starkregen intensiver und Überschwemmungen treten mittlerweile auch weit entfernt von Flüssen auf. Umso wichtiger ist es zu wissen, welche Schäden Deine Gebäudeversicherung wirklich abdeckt.
Viele Hausbesitzer gehen davon aus, dass Sturm- oder Hagelschäden automatisch auch Schäden durch Hochwasser oder Starkregen mitversichern. Doch das stimmt nicht.

In diesem Beitrag erfährst Du verständlich den Unterschied zwischen Sturm/Hagel und der Elementarschadendeckung, warum Starkregen heute ein eigenes Risiko darstellt und weshalb die richtige Absicherung überlebenswichtig ist.


Was deckt die Sturm- und Hagelversicherung?

Die Sturm- und Hageldeckung gehört zur klassischen Wohngebäudeversicherung.
Sie zahlt bei Schäden durch:

  • Sturm ab Windstärke 8
  • Hagel

Typische Schadenbeispiele:

  • abgedeckte Dächer
  • zerbrochene Fenster
  • beschädigte Fassaden
  • durch Sturm umgestürzte Bäume, die das Gebäude treffen

Wichtig:
Sturm/Hagel ist keine Allgefahrenversicherung für jedes Naturereignis.
Sturm ist sturmspezifisch, Hagel ist hagelspezifisch – mehr nicht.


Was deckt die Elementarschadenversicherung?

Die Elementarschadendeckung ist ein zusätzlicher Baustein.
Sie schützt vor sogenannten „Naturgefahren“, die nicht in der normalen Gebäudeversicherung enthalten sind.

Dazu gehören u. a.:

  • Überschwemmung durch Hochwasser
  • Überschwemmung durch Starkregen
  • Rückstau
  • Erdbeben
  • Erdsenkung / Erdrutsch
  • Lawinen / Schneedruck
  • Vulkanausbruch

Und hier liegt der entscheidende Punkt:

Die meisten schweren Gebäudeschäden entstehen heute durch Starkregen – nicht durch klassische Flusshochwasser.


Starkregen – ein heute oft unterschätztes Risiko

Früher gab es in der Versicherungswelt die Überschwemmungszonen (ZÜRS), bekannt als „Hochwasserzonen“.
Diese zeigten nur an, wie gefährdet ein Gebiet in der Nähe eines Flusses ist.

Doch durch die extremen Wetterlagen der letzten Jahre hat sich das Schadengeschehen verändert:

  • Über 50 % der Überschwemmungsschäden entstehen durch Starkregen, nicht durch Flüsse.
  • Starkregen trifft jede Region, auch Hanglagen, Stadtgebiete oder Orte fernab von Gewässern.
  • Die Schäden sind oft massiv: vollgelaufene Keller, zerstörte Heizungen, beschädigte Estriche, aufgeweichte Fundamente.

Deshalb nutzen viele Versicherer heute zusätzlich die Starkregenzonen, um Risiken genauer einzuschätzen.

Diese Zonen bewerten:

  • wie oft Starkregen in einer Region vorkommt
  • wie schnell Wasser abfließen kann
  • wie gefährdet Grundstücke aufgrund ihrer Lage sind

Ein Haus kann also in einer „Hochwasserzone 1“ liegen – aber in einer Starkregenzone mit hohem Risiko.

Das führt dazu, dass viele Eigentümer fälschlicherweise glauben, sie seien sicher – dabei ist ihr tatsächliches Risiko hoch.


Warum Elementarschaden und Sturm/Hagel nicht verwechselt werden dürfen

Ein häufiger Irrtum:

„Ich habe doch Sturm versichert – also auch Starkregen oder Überschwemmung, oder?“

Nein.

  • Sturm/Hagel deckt Schäden ab, die durch starken Wind oder Hagel entstehen.
  • Elementar deckt Schäden durch Wasser von außen ab – egal ob durch Fluss, Starkregen oder Rückstau.

Fehlende Elementarschadendeckung ist einer der häufigsten Gründe für existenzielle Lücken im Versicherungsschutz.


Warum sich die Leistungen je nach Versicherer stark unterscheiden

Je nach Gesellschaft und Tarif können enthalten sein oder ausgeschlossen bleiben:

  • Rückstau ohne Rückstauklappe
  • Starkregenschäden im Keller
  • vollgelaufene Lichtschächte
  • Schäden an Nebengebäuden
  • Schäden an Außenanlagen
  • Schäden an Wärmepumpen, Heizungen oder Photovoltaik
  • Aufräum- und Entsorgungskosten

Deshalb solltest Du immer:

  • die Tarifdetails prüfen
  • auf klare Definitionen achten
  • bei Unsicherheit nachfragen
  • Angebote vergleichen, statt den erstbesten Tarif zu wählen

Wie Du Dich richtig absicherst

  1. Prüfe, ob Deine Police Elementarschäden ausdrücklich enthält.
  2. Achte darauf, dass Starkregen und Rückstau ausdrücklich eingeschlossen sind.
  3. Lass prüfen, in welcher Starkregenzone Dein Haus liegt.
  4. Verlasse Dich nicht auf die alte ZÜRS-Hochwasserzone – sie zeigt nur einen Teil des Risikos.
  5. Wähle einen Tarif mit hohen Versicherungssummen und realistischen Nebenkosten (Trocknung, Abbruch, Entsorgung etc.).

Fazit

Sturm und Hagel sind in jeder guten Gebäudeversicherung enthalten – aber die großen Schäden entstehen heute durch Starkregen und Überschwemmung.
Nur mit einer vollständigen Elementarschadenversicherung bist Du auf der sicheren Seite. Die richtige Absicherung entscheidet darüber, ob Du nach einem Unwetter finanzielle Hilfe bekommst – oder allein dastehst.

Wenn Du wissen möchtest, wie Dein Haus eingestuft wird oder ob Deine Versicherung Lücken hat, unterstütze ich Dich gern – unabhängig, transparent und persönlich.

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