Eine energetische Sanierung im Altbau ist weit mehr als „nur“ neue Fenster und eine moderne Heizungsanlage. Häufig wird in die tragende Konstruktion eingegriffen, Decken werden geöffnet, Wände entfernt oder Durchbrüche geschaffen. Genau hier lauert das Risiko: Wenn während der Bauphase etwas schiefgeht, geht es nicht nur um das neue Gewerk, sondern um die gesamte Altbauimmobilie.
Eine Bauleistungsversicherung für Altbausanierung schützt Sie davor, dass aus Ihrem Sanierungsprojekt ein finanzieller Albtraum wird.
Was ist eine Bauleistungsversicherung bei Altbausanierung überhaupt?
Die Bauleistungsversicherung sichert grundsätzlich alle Lieferungen und Leistungen ab, die für den Neu- oder Umbau eines Gebäudes notwendig sind. Bei der Altbausanierung kommt ein wichtiger Baustein hinzu: die Mitversicherung der bestehenden Altbausubstanz.
Gerade bei energetischer Sanierung von Bestandsgebäuden oder Altbauten werden Eingriffe vorgenommen, die statisch relevant sind – also in tragende Wände, Decken oder Fundamente. Kommt es dabei zu einem Schaden, kann im schlimmsten Fall das gesamte Gebäude betroffen sein.
Eine gut gestaltete Bauleistungsversicherung für Altbauprojekte sorgt dafür, dass nicht nur das, was neu eingebaut wird, geschützt ist, sondern auch der Wert Ihres Altbaus selbst.
Welche Schäden sind bei der Altbausanierung versichert?
Versichert sind in der Regel unvorhergesehene Sachschäden, die während der Bauzeit an den versicherten Sachen entstehen – also an den Bauleistungen und der mitversicherten Altbausubstanz. Typische Schadenursachen sind zum Beispiel:
- ungewöhnlich heftige Unwetter (z. B. starke Niederschläge, Sturm oder Hagel),
- Ungeschick oder Fahrlässigkeit von Bauhandwerkern,
- mutwillige Beschädigung durch unbekannte Dritte (Vandalismus).
Zusätzlich können – je nach Tarif und Vereinbarung – unter anderem mitversichert werden:
- Altbauten gegen Einsturz infolge der Bauarbeiten,
- Schäden durch Leitungswasser, Sturm oder Hagel an der Altbausubstanz,
- Feuer, Brand, Blitzschlag, Explosion,
- Schäden durch Hochwasser,
- Verluste durch Diebstahl fest mit dem Gebäude verbundener Bestandteile (z. B. bereits eingebaute Fenster oder Heizkörper),
- Nachhaftung nach Bauende (oft 3 Monate inklusive, Verlängerung gegen Mehrbeitrag möglich),
- in speziellen Konzepten auch technische Einrichtungen wie medizinische Geräte, Laboreinrichtungen oder Stromerzeugungsanlagen.
Wichtig: Der Versicherungswert für Altbauten wird in der Regel auf den Neubauwert abgestellt – also auf das, was es kosten würde, den Altbau in gleicher Art und Güte wiederherzustellen.
Besonderheit: Eingriffe in die tragende Konstruktion
Gerade bei Altbausanierungen mit energetischem Fokus kommt es häufig zu statischen Eingriffen. Beispiele:
- Entfernen tragender Wände für offene Grundrisse,
- Einziehen neuer Träger,
- Aufstockungen oder Anbau,
- Öffnen von Decken für neue Treppen oder Lufträume.
Hier ist entscheidend, dass die Bauleistungsversicherung den Einsturz oder die Beschädigung der Altbausubstanz als versicherte Gefahr ausdrücklich mit abdeckt – und zwar dann, wenn der Schaden unmittelbare Folge der ausgeführten Lieferungen und Leistungen ist.
Wichtig zu wissen:
- Der ausführende Unternehmer oder ein anderer Beteiligter muss grundsätzlich ersatzpflichtig sein.
- Eigenleistungen des Bauherrn sind in der Bauleistungsversicherung nicht mitversichert. Wer viel selbst machen möchte, sollte das bei der Planung des Versicherungsschutzes unbedingt im Hinterkopf haben.
Welche Bauzeit ist versichert – und was passiert bei Verzögerungen?
Bauleistungsversicherungen werden üblicherweise für einen festen Zeitraum abgeschlossen, häufig für bis zu zwei Jahre Bauzeit. Verzögert sich die Baustelle – was gerade bei Altbauprojekten nicht selten ist – kann der Versicherungsschutz in der Regel verlängert werden. Das sollte jedoch rechtzeitig vor Ablauf der Versicherung mit dem Versicherer bzw. Makler abgestimmt werden.
Was ist in der Bauleistungsversicherung nicht versichert?
Genauso wichtig wie die versicherten Risiken sind die Ausschlüsse. Typischerweise nicht versichert sind zum Beispiel:
- vorsätzlich herbeigeführte Schäden des Versicherungsnehmers oder seiner Repräsentanten,
- reine Mängel der Lieferungen und Leistungen (also das „schlecht gemachte“ Werk an sich ohne zusätzlichen Schaden),
- bewegliche Einrichtungsgegenstände, die nicht fest mit dem Gebäude verbunden werden (z. B. Möbel),
- Baugeräte, Handwerkzeuge, Gerüste, Baubuden und Fahrzeuge,
- normale Witterungseinflüsse, mit denen nach Jahreszeit und Ort zu rechnen ist,
- Krieg, Beschlagnahme durch staatliche Stellen, Kernenergie.
Hier lohnt sich ein genauer Blick in die Bedingungen, weil die Details je nach Versicherer variieren können.
Praxisgedanke: Warum sich der Schutz für Altbau lohnt
Stellen Sie sich vor, Sie sanieren ein Mehrfamilienhaus aus den 1950er-Jahren energetisch: Dämmung, neue Fenster, Umbauten im Inneren. Beim Herausnehmen einer tragenden Wand verschätzt sich ein Handwerker, die Decke sackt ab, Leitungen reißen, ein Teil des Gebäudes wird unbewohnbar.
Ohne passende Bauleistungsversicherung für die Altbausanierung müssten Sie im schlimmsten Fall:
- für die Sicherung und Wiederherstellung der Statik aufkommen,
- Folgeschäden an Leitungen, Putz, Böden und Installationen selbst bezahlen,
- eventuell Mietausfälle oder Hotelkosten der Bewohner stemmen.
Mit einer gut konzipierten Bauleistungsversicherung kann ein großer Teil dieser Kosten abgesichert werden – und Ihre Sanierung bleibt finanziell planbar.
Fazit: Bei Altbausanierung immer an die Bauleistungsversicherung denken
Eine energetische Altbausanierung ist ein komplexes Projekt – technisch, organisatorisch und finanziell. Die passende Bauleistungsversicherung sorgt dafür, dass unvorhergesehene Schäden an Neubauleistungen und Altbausubstanz Sie nicht aus der Bahn werfen.
Wenn Sie konkret planen, einen Altbau zu sanieren oder bereits mitten im Projekt stecken, lohnt sich ein persönlicher Blick auf:
- welche Baumaßnahmen genau durchgeführt werden,
- in welchem Umfang der Altbau statisch verändert wird,
- welche Risiken der Versicherer im Detail übernimmt,
- wie lange die Bauzeit realistisch ist und wie Nachhaftung geregelt wird.
Gerne unterstütze ich Sie dabei, die passende Bauleistungsversicherung für Ihre Altbausanierung zu finden und Leistungsunterschiede der Anbieter verständlich zu machen. So können Sie sich auf Ihre Sanierung konzentrieren – und nicht auf mögliche Bauschäden.