Das Jahresende gehört längst zu den heißesten Phasen für Cyberangriffe. Während viele Betriebe im Dezember mit Urlaubsvertretungen, Jahresabschlussarbeiten oder knappen Ressourcen arbeiten, nutzen Cyberkriminelle genau diese Situation konsequent aus. 2025 zeigt sich erneut, wie dynamisch und professionell die Angriffe geworden sind – von massiv steigenden Ransomware-Fällen bis zu neuen Varianten des CEO-Betrugs, die dank KI erschreckend überzeugend wirken.
Ransomware nimmt zum Jahresende deutlich zu
Aktuelle Zahlen aus dem Marktumfeld zeigen: Im letzten Quartal 2025 sind die Ransomware-Angriffe sprunghaft angestiegen. Besonders betroffen sind kleinere und mittlere Unternehmen – etwa aus dem Handwerk, medizinischen Bereichen, Steuerberatung, Einzelhandel oder Baugewerbe.
Die Angreifer setzen weiterhin auf bekannte Schwachstellen:
- veraltete oder ungepatchte Software
- ungesicherte Fernzugänge
- kompromittierte Zugangsdaten aus Phishing-Kampagnen
Gleichzeitig wird der wirtschaftliche Schaden größer. Immer häufiger kommen neben der Datenverschlüsselung auch Betriebsunterbrechungen oder Lösegeldforderungen hinzu. Unternehmen, die bereits eine Cyberversicherung mit Leistungen wie Forensik, Wiederherstellung oder Erpressungsschutz abgeschlossen haben, sind hier deutlich handlungsfähiger.
Neue Betrugsmasche: Deepfake-Anrufe „vom Chef“
Eine besonders perfide Masche sorgt im Dezember für Aufmerksamkeit: Der sogenannte CEO-Betrug wurde technisch weiterentwickelt – KI-generierte Stimmen machen Anrufe mittlerweile so realistisch, dass viele Mitarbeitende keinen Verdacht schöpfen.
Typische Szenarien klingen harmlos:
- „Bitte diese Zahlung noch vor dem Jahreswechsel freigeben.“
- „Der Lieferant braucht dringend eine Sofortüberweisung.“
- „Ich bin unterwegs – erledigen Sie das bitte schnell.“
Gerade im vorweihnachtlichen Stress oder bei Vertretungssituationen sinkt die Aufmerksamkeit. Social-Engineering-Angriffe treffen deshalb im Dezember besonders leicht auf offene Türen.
Warum der Dezember so gefährlich ist
Die letzten Wochen des Jahres kombinieren Faktoren, die Cyberkriminelle gezielt ausnutzen:
- reduzierte Teams und viele Urlaubsvertretungen
- hoher Zeitdruck im Weihnachtsgeschäft
- spontane Entscheidungen, die sonst durch klare Prozesse abgesichert wären
- geringere Sensibilität für ungewöhnliche Vorgänge
Kurz: Die perfekte Mischung für erfolgreiche Angriffe.
Was Unternehmen jetzt konkret tun sollten
Damit der Jahresendspurt nicht zum Sicherheitsrisiko wird, helfen bereits wenige, aber klare Maßnahmen:
✔ Vier-Augen-Prinzip für alle Zahlungen – ohne Ausnahme
✔ Keine Freigabe allein aufgrund eines Telefonats – egal, wie „echt“ die Stimme klingt
✔ Rückrufpflicht über offiziell bekannte Nummern bei jedem dringenden Zahlungswunsch
✔ Aktualisierung von Software & Zugangssystemen, um technische Einfallstore zu schließen
✔ Sensibilisierung der Mitarbeitenden, besonders für Deepfake-Betrug
Fazit: Cyberangriffe gehören inzwischen zum Dezember wie der Jahresabschluss
Unternehmen, die technische Schutzmaßnahmen, klare interne Abläufe und eine umfassende Cyberversicherung kombinieren, gehen deutlich entspannter in die Feiertage. Wer vorbereitet ist, kann Angriffe schneller erkennen – und im Ernstfall professionell reagieren.